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„Entfremdung und Sublimierung“

Das Konzept meiner Einzelausstellung auf der Parallel Vienna 2020
 
Als Menschen (fortgeschrittene Tiere) haben wir viele Instinkte, die anderen Tieren ähnlich sind.  Dazu gehören zum Beispiel die Ernährung, der Schlaf, das Verlangen auf unterschiedlichen Ebenen. Sex als Verlangen ist ursprünglich primitiv und voller Wildheit, aber wenn Sex den Menschen mit hoher Intelligenz begegnet, ist er nicht mehr so ​​einfach und gewöhnlich wie in der Tierwelt. 
 
Sexuelle Verflechtungen wurden philosophiert und künstlerisch in eine unverzichtbare Kultur in der Evolution der menschlichen Zivilisation verwandelt. Es ist deprimierend und beschämend für einige Menschen die Sexualität zu reflektieren, aber es ist gleichbedeutend mit Glück und Liebe für Andere. Eine Person kann hohen Hauptes genießen, während sie verzerrt, ausgepeitscht und erniedrigt wird. Daher haben unterschiedliche Menschen aufgrund ihrer unterschiedlichen Bildung, ihrer Kultur und ihres Lebenshintergrunds natürlich diverse Möglichkeiten, sexuelle Befriedigung zu erlangen. 
 
Als Künstler konzentriere ich mich in den Werken dieser Einzelausstellung hauptsächlich auf das Thema der homosexuellen Subkultur und diskutiere diese. Vor allem behandle ich zwei Gruppen, die durch Kleidungen, Objekte und Konzepte in dieser Kultur voneinander entfremdet sind. Eine Gruppe repräsentiert in sechs Gemälden, die in fluoreszierenden Farben auf Baumscheiben gemalt sind, das Phänomen des Fetischismus. Im dunklen Raum hinter Vorhängen kann das Publikum die Bilder nur durch Schwarzlicht betrachten. Dadurch läßt sich die Darkroom-Kultur bestimmter schwuler Bars realistisch erleben. Die zweite Gruppe von vier großformatigen Gemälden ist das erste Kooperationsprojekt mit der berühmten österreichischen Drag Queen Tamara Mascara. Ihr Image (vor und nach dem Schminken) wird in den vier Werken wiederholt und entfremdet. Das Publikum kann langsam in die unendliche Fantasiewelt von Tamaras abwechselnder Männlichkeit und Weiblichkeit eintreten. 
 
Als drittes Element habe ich eine ergänzende Installation vorbereitet, die sich am Guckloch in der Erotikbar beziehungsweise am Glory Hole orientiert. Das Guckloch, der einzige Ort, an dem man die Arbeit betrachten kann, lässt die Menschen nochmal in diese Thematik eintauchen. Denn durch das Loch sieht man in einem geschlossenen Raum eine Wand voller Poppers-Flaschen. Heute sind Poppers ein unverzichtbarer Bestandteil der Homosexualität. Die Arbeit wird sogar von der österreichischen Firma Poppers.at gesponsert.

Artinnovation über meine Kunst

Patrick Li hingegen lässt sich in seinem Schaffen vor allem von seinem Glauben an die Menschheit inspirieren. Er kommt ursprünglich aus China, wo er sein Studium an der Schanghaier Kunstakademie absolvierte. Im Jahre 2002 wanderte er nach Wien aus und studierte in der Klasse von Erich Wonder Szenografie an der Akademie der Bildenden Künste. Angekommen in Wien, setzte sich Patrick Li intensiv mit seiner Kunst auseinander, die in dieser Zeit von einer gewissen „Wiedergeburt“ gekennzeichnet war, insofern er sich zunehmend mit modernen Strömungen konfrontiert sah. Der neue Lebensbeginn in Wien brachte somit neben dem Lebenswandel auch einen Wandel seiner Kunst mit sich. Asiatische Einflüsse in der Malerei Lis sind dennoch stets zu beobachten. So setzt sich der Künstler in seinen Werken nicht nur mit einer neuen Bildfindung auseinander, sondern bezieht gleichermaßen seine chinesischen Wurzeln in die Gemälde mit ein, indem er diese mit entsprechenden Schriftzeichen, Symbolen oder Figuren versieht. Schon als Kind lernte Patrick Li verschiedene traditionell – chinesische philosophische Lehren kennen. Dabei sah er sich vor allem dem Taoismus Lao-Tses eng verbunden. Der Gedankenlehre entsprechend beschäftigt sich der Künstler während dem Entstehungsprozess seiner Bilder deshalb auch häufig mit Fragen über das Leben – sprich über den Lauf des Lebens und über die Entstehung der Menschen – die er sich

teils im Fortschreiten der Arbeiten selbst beantworten kann. Patrick Li zieht es zudem vor, tanzende Körper abzubilden und dabei gleichzeitig Ähnlichkeiten bestimmter Formen aufzuzeigen, um somit zu einer gewissen Stille im Chaos der Welt zugelangen. Weiters erkennt er eine ganz spezielle Harmonie zwischen Mensch und Natur, weshalb er diese beiden Themenschwerpunkte in seinen Werken stets stimmig miteinander zu verbinden weiß. Er bevorzugt kräftige, poppige Farben in seinen Bildern, sowie geometrische Formen; er malt Männer und Frauen, verbildlicht junge und alte Menschen, sowie Lebende und Tote, denn für den Künstler spielt der Mensch selbst den wohlwichtigsten Part im gesamten Universum. Des Öfteren zeigen seine Bilder Gesichter oder Figuren, die als Schatten oder als Traumvision an den Betrachter treten – seine Gemälde befinden sich also – genauso wie der Mensch selbst – zwischen Raum und Zeit. Die Kunst Patrick Lis ist ein Ausdruck von Sinnlichkeit, welche er selbst am liebsten, einer in den 80er und 90er Jahren gängigen Musikrichtung entsprechend, als „Dream - Pop“ beschreiben würde. Patrick Lis Werke bilden im Großen und Ganzen also eine Synthese aus Realität und Fantasie, gewähren dem Betrachter einen Einblick in eine Traumwelt und lassen ihn selbst über die eigene Existenz reflektieren. 

(Text von Kathrin Zitturi)